In seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu den Palästinensern unterstellt, einen »judenreinen Staat« – er benutzte das deutsche Wort »judenrein« – errichten zu wollen. Damit setzte er die von der Palästinenserführung angestrebte und von der Staatenwelt allgemein befürwortete Gründung eines palästinensischen Staates in einen direkten Bezug zu judenfeindlichen Pogromen mehr oder weniger eliminatorischen Charakters. Ariel Muzicant, der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Wien, nahm die Vorlage des israelischen Ministerpräsidenten auf und warf den österreichischen Parlamentsparteien in einer Presseaussendung vor, nicht zu wissen, »wofür sie da eintreten«, nämlich für einen »judenfreien islamischen Apartheidstaat« Palästina.
Der vorliegende Verfassungsentwurf des Staates Palästina, meint Muzicant zu wissen, sehe vor, daß es sich um einen islamischen Staat handelt. »Die Scharia ist eine wichtige Grundlage der Gesetzgebung.« Dieser neue Staat würde es Juden verbieten, Land zu besitzen oder gar in ihm zu wohnen. Die Verfassung würde allen Palästinensern, ganz gleich ob sie jemals in Palästina gelebt haben, ein Rückkehrrecht zusichern. Juden, die seit Jahrtausenden in Hebron lebten, hätten kein solches Recht, behauptet Muzicant.
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Juden, die seit Jahrtausenden in Hebron leben, sind von den Palästinensern immer als Palästinenser (jüdischen Glaubens) angesehen worden. So ging die ursprüngliche PLO-Charta von der Zielvorstellung eines demokratischen Palästina aus, in dem Muslime, Juden und Christen in Frieden zusammenleben. Die jüdische Siedlerexpansion folgt indes keineswegs den Vorstellungen einer multikulturellen Gesellschaft und des interreligiösen Dialogs. Sie erfolgt in ausschließlich feindseliger Absicht. Mit ihr verbunden sind Land- und Wasserraub, die physische Einschüchterung der einheimischen Bevölkerung durch Siedlerrambos, die Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzflächen und Olivenhaine palästinensischer Bauern. Ihr voraus ging die palästinensische Katastrophe (Nakba) von 1948, die Vertreibung von mehr als 750000 Palästinensern.
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