Tag Archiv für Israel
Erich Fried – „Höre, Israel”
http://www.youtube.com/watch?v=rZbka8CtDCM
Höre, Israel!
Als wir verfolgt wurden,
war ich einer von euch.
Wie kann ich das bleiben,
wenn ihr Verfolger werdet?
Eure Sehnsucht war,
wie die anderen Völker zu werden
die euch mordeten.
Nun seid ihr geworden wie sie.
Ihr habt überlebt
die zu euch grausam waren.
Lebt ihre Grausamkeit
in euch jetzt weiter?
Den Geschlagenen habt ihr befohlen:
“Zieht eure Schuhe aus”.
Wie den Sündenbock habt ihr sie
in die Wüste getrieben
in die große Moschee des Todes
deren Sandalen Sand sind
doch sie nahmen die Sünde nicht an
die ihr ihnen auflegen wolltet.
Der Eindruck der nackten Füße
im Wüstensand
überdauert die Spuren
eurer Bomben und Panzer.
Erich Fried
Israel rüstet sich gegen Gaza-Aktivisten
Furcht vor Proteststurm
Sie kommen aus den USA, Großbritannien oder Deutschland: Hunderte pro-palästinensische Aktivisten wollen nach Israel einreisen, um gegen die Gaza-Politik zu protestieren. Versuche per Boot scheiterten, nun versuchen sie es per Flugzeug. Die israelische Regierung droht mit Massenabschiebungen.
Tel Aviv – Israel bereitet sich auf Hunderte pro-palästinensische Aktivisten vor, die in den kommenden Tagen statt mit dem Schiff jetzt per Flugzeug anreisen wollen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Polizei und das Innenministerium angewiesen, die "Störung der öffentlichen Ordnung" auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion sowie alle "Provokationen" zu verhindern, teilte ein Sprecher Netanjahus am Mittwoch in Jerusalem mit. In israelischen Medien ist inzwischen schon von der "Flightille" die Rede und nicht mehr von der Flottille.
Darüber hinaus plant Israel Massenabschiebungen. Innenminister Izchak Aharonowitsch kündigte an, den Aktivisten die Einreise zu verweigern. Er bezeichnete sie als Hooligans, die Ruhe und Ordnung stören wollten. Die Aktivisten würden in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt.
[...]
Auf pro-palästinensischen Internetseiten wird seit Wochen zu Flügen nach Israel aufgerufen, um gegen dessen Politik gegenüber den Palästinensern zu protestieren. Der jüdische Staat verweigere den Aktivisten regelmäßig die Weiterreise ins besetzte Westjordanland, was illegal sei. Einer der Sprecher sagte im israelischen Armeerundfunk, er rechne mit etwa 500 Reisenden, die offen ihre Weiterreise in das Palästinensergebiet ankündigen würden.
Israelkritik verboten
[...]
Wenn man über den israelischen Rassismus spricht, so kann man dies nicht ausschließlich mit Vertretern der USA und Israel tun. Dies haben die Vertreter Frankreichs und Großbritanniens begriffen ? in Deutschland ist die bedingungslose Solidarität mit Israel allerdings Staatsräson. Mit dieser Linie entzieht sich Deutschland seiner internationalen Verantwortung. Auch wenn Bundeskanzleramt und Außenministerium die Meinung vertreten, Israel sei in allen Punkten im Recht, so muss man diesen eigenwilligen Standpunkt auch gegenüber denjenigen vertreten, die diesbezüglich anderer Meinung sind. Das dröhnende Schweigen einiger westlicher Staaten während des Gaza-Kriegs war beileibe kein Ruhmesblatt westlicher Politik. In ihrem Boykott der Antirassismus-Konferenz in Genf setzten genau die Staaten ihren unseligen Kurs fort, die bereits während des Krieges durch ihre Carte blanche für Israel aufgefallen sind. Was befürchtet der SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier denn von einer Teilnahme? Dass israelische Kriegsverbrechen zur Sprache gebracht werden und Deutschland Stellung beziehen muss? Ist es denn nicht eine der wichtigsten Lehren aus dem Nationalsozialismus, dass diejenigen, die schweigen, auch Schuld tragen? Hat Deutschland seine eigene Geschichte etwa verdrängt?
[...]
Ein älterer Artikel, aber immer noch aktuell.
Türkei hilft Israel beim Stopp der Gaza-Flotilla
Letztes Jahr hatte die Türkei noch selbst an der Flotilla teilgenommen, die gegen den Willen Israels Hilfsgüter in den Gaza-Streifen liefern wollte. Doch bei Auseinandersetzungen mit israelischen Seekommandos kamen neun türkische Aktivisten auf dem Flaggschiff "Mavi Marmara" ums Leben. Dieses Jahr hat die Türkei nicht nur eine Teilnahme an der Flotilla abgelehnt, sondern scheint Israel auch dabei zu unterstützen, die Flotilla an der Einreise in das Sperrgebiet zu hindern.
Erneut Anschlag auf Gas-Pipeline in Ägypten
In Ägypten haben Extremisten nach Angaben aus Sicherheitskreisen erneut einen Anschlag auf eine Erdgas-Pipeline verübt.
In Folge des Überfalls seien die Gas-Lieferungen nach Israel und Jordanien eingestellt worden, sagten Vertreter der ägyptischen Sicherheitsbehörden am Montag. Die Angreifer seien mit Maschinengewehren bewaffnet gewesen und hätten Arbeiter des staatlichen Energiekonzerns Gasco gezwungen, eine Pumpstation etwa 60 Kilometer östlich des Suez-Kanals zu verlassen. Danach habe es eine heftige Explosion gegeben. Nach Augenzeugenberichten war die Rauchsäule noch in weiter Ferne zu sehen.
“Vor Israel muss man Angst haben”
Interview mit Henning Mankell:"Vor Israel muss man Angst haben"
Die Gaza-Hilfsflotte sollte längst aufbrechen – doch die Griechen verhindern den Start. "Eine Schande", meint Erfolgsautor und Gaza-Aktivist Henning Mankell im stern.de-Interview.
Herr Mankell, angeblich wurde eines der Schiffe der Gaza-Hilfsflottille sabotiert – was wissen Sie darüber?
Taucher haben eine Schiffsschraube angesägt. In diesem Zustand wäre es dem Boot zwar möglich gewesen, den Hafen zu verlassen, auf hoher See aber hätte es ernsthaft in Gefahr geraten können.
Wissen Sie, wer dahinter steckt?
Nein. Aber wer würde schon von so einer Aktion profitieren?
Die Israelis?
Wir beschuldigen niemand, wir können nur fragen, wer ein Interesse daran hat, die Flottille zu sabotieren.
Es heißt, die griechische Regierung sei unter Druck gesetzt worden, die Abfahrt des Konvois zu verzögern.
Offenbar versuchen die Israelis dieses Jahr die Flottille daran zu hindern, überhaupt erst in See zu stechen. Nicht nur die griechische Regierung wurde unter Druck gesetzt, auch die französische. Die jüngsten Nachrichten sind die, dass die griechische Regierung den Schiffen die Abfahrt verbieten will. Das heißt, Israel hat es also geschafft, die illegale Blockade von Gaza an die Griechen outzusourcen. Eine Schande. Wir müssen jetzt andere Formen des Protestes finden. Am Ende wird die Menschlichkeit siegen, nicht der israelisch-amerikanische Gebrauch von Militär und Drohungen. Aber das wird Zeit brauchen.
Die jüdischen Ayatollas
Die jüdischen Ayatollas
Uri Avnery
DER ERZBISCHOF von New York verkündet, dass jeder Katholik, der eine Wohnung an einen Juden vermietet, eine tödliche Sünde begeht und die Exkommunikation riskiert. Ein protestantischer Pastor in Berlin erklärt, dass ein Christ, der einen Juden anstellt, aus seiner Gemeinde verbannt wird. Unmöglich? Tatsächlich. Außer in Israel – natürlich umgekehrt. Der Rabbiner von Safed, ein Regierungsangestellter, hat angeordnet, es sei streng verboten, Wohnungen an Araber zu vermieten – einschließlich an arabische Studenten, deren medizinische Fachschule im Ort liegt. Zwanzig andere Stadtrabbiner – deren Gehalt von (meistens säkularen) Steuerzahlern , einschließlich der arabischen Bürger, bezahlt werden, haben öffentlich diese Anordnung unterstützt. Eine Gruppe israelischer Intellektueller reichte eine Klage beim Staatsanwalt ein, mit der sie behaupten, dass dies ein Fall krimineller Hetze sei. Der Staatsanwalt hat versprochen, die Sache mit gebührender Eile zu untersuchen. Das war vor einem halben Jahr. Die gebührende Eile hat noch nicht zu einer Entscheidung geführt. Dasselbe gilt für eine andere Gruppe von Rabbinern, die die Anstellung von Goyim verbietet. (Im alten Hebräisch bedeutete Goy Volk, irgendein Volk. In der Bibel wurden die Israeliten ein „holy Goy“ „ ein religiöses Goy“ genannt. Aber in den letzten Jahrhunderten bedeutet dieser Terminus Nicht-Juden mit einem entschieden verächtlichen Unterton).
Gregor Gysi, DIE LINKE: Beziehungen zu Israel aufrechterhalten, aber Staat Palästina anerkennen
http://www.youtube.com/watch?v=wxyo8Ly_tXs
Gaza-Flotte: Israel verschärft Warnung
Israel hat ausländische Journalisten scharf vor der Teilnahme an einer neuen Gaza-Solidaritätsflotte gewarnt. Das israelische Regierungspresseamt (GPO) teilte heute mit, man sehe eine Mitreise als absichtliche Verletzung des israelischen Gesetzes an.Teilnehmer müssten damit rechnen, dass ihnen die Einreise nach Israel zehn Jahre lang verweigert werde. Ihnen drohten zudem die Konfiszierung ihrer Ausrüstung sowie weitere Sanktionen, schrieb der GPO-Leiter Oren Helman an ausländische Medienvertreter in Israel.
Welches Gesetz soll das denn sein? Das Gesetzt des starken Besatzers!
Israels Jugend driftet nach rechts
Zum dritten Mal hat das Tel Aviver Büro der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung eine Jugendstudie Israel vorgelegt. Ihr Fazit: die jüdischen Jugendlichen Israels sind unpolitisch und fröhlich und rechts-orientiert.Israelische Jugendliche verlieren das Interesse am Rechtsstaat, sie geben zunehmend demokratische Prinzipien auf und sie driften immer mehr nach rechts ab. Das sind Ergebnisse der 3. Jugendstudie Israel, die die sozialdemokratische Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben hat. Die Erhebung wurde vom Macro Center for Political Economics in Tel Aviv durchgeführt. 1600 Jugendliche aus allen Schichten und Sektoren der Gesellschaft im Alter zwischen 15 und 24 Jahren der Gesellschaft wurden befragt. Ausgenommen wurden die Militärjahrgänge, die nach israelischem Recht nicht befragt werden können.
Israel wird nervös
Palästina will, dass die UNO-Generalversammlung im September einen Staat Palästina anerkennt. Die israelische Besatzungsmacht fürchtet, international isoliert zu werden.Schon vor Wochen sprach der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak von einem «diplomatischen Tsunami», der auf Israel zurolle. Denn die Palästinenser wollen die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York im September dazu bringen, einen Staat Palästina anzuerkennen und als neues UNO-Mitglied aufzunehmen.
Die Chancen stehen gut. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Palästinenser etwa 150 Staaten für ein Ja zu gewinnen. Dieser Tage hat das israelische Aussenministerium deshalb seine Botschaften angewiesen, in ihren Ländern mit allen Mitteln darauf hinzuarbeiten, gegen einen solchen Antrag zu stimmen. Im Visier sind insbesondere die Medien, aber auch die jüdischen Gemeinden. Laut der israelischen Zeitung «Haaretz» sieht das Aussenministerium die palästinensischen Bemühungen als einen «Prozess, der die Legitimität des Staates Israel unterminiert». In einem Rundschreiben an die Botschaften heisst es weiter, die Palästinenser versuchten, ihr Ziel zu erreichen, ohne mit den Israelis zu verhandeln. Freilich ist es Israel, das Verhandlungen seit der Versöhnung von Fatah und Hamas ablehnt und durch den fortgesetzten Siedlungsausbau die palästinensische Gesprächsverweigerung erst provoziert hat.
Auf alles gefasst
In griechischen Häfen bereiten sich Aktivisten aus 40 Ländern darauf vor, die israelische Seeblockade zu durchbrechenEin wenig mulmig ist wohl allen, die am Montag mit zehn Schiffen versuchen wollen, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, um die dort lebenden Palästinenser mit dringend benötigten Hilfsgütern wie Medikamenten, Krankenhausausstattung und Baumaterial zu versorgen. In diversen griechischen Mittelmeerhäfen bereiten sich zur Zeit Aktivisten aus schätzungsweise 40 Ländern auf die Reise vor, die mit Sicherheit zu einer Konfrontation mit der Marine Israels führen wird. Es ist erst gut ein Jahr her, daß die erste Gaza-Flottille mit einem Massaker endete: Israelische Soldaten erschossen auf der »Mavi Marmara« neun Männer und verwundeten etwa 50 weitere. Mindestens sechs der Toten waren nach Erkenntnissen einer Untersuchungskommission der UNO kaltblütig ermordet worden.
Ich befürchte auch wieder ein Massaker in internationalen Gewässern.
Palästina und Israel anerkennen
Erklärung
Den Staat Palästina anerkennenUm Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden, in politischer Unabhängigkeit, in nationaler Sicherheit und wirtschaftlichem Wohlstand zu ermöglichen, ist eine Anerkennung beider Staaten erforderlich.
Im Sommer wird die palästinensische Regierung voraussichtlich beim UN-Sicherheitsrat und der Vollversammlung die Anerkennung des Staates Palästina in den Grenzen von 1967 beantragen und um die Aufnahme in die UN ersuchen.
Die UN werden den Staat der Palästinenser anerkennen. Ob Israel sich dem Beschluss fügt, hängt entscheidend von der Haltung der führenden EU-Länder ab.
Im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten fordert ein Antrag der LINKEN die Bundesregierung auf, diese Initiative zu unterstützen.
Antrag
der Abgeordneten Wolfgang Gehrcke, Dr. Gregor Gysi, Jan van Aken, Christine Buchholz, Sevim Dagdelen, Dr. Diether Dehm, Dr. Dagmar Enkelmann, Annette Groth, Heike Hänsel, Inge Höger, Andrej Hunko, Harald Koch, Stefan Liebich, Niema Movassat, Thomas Nord, Paul Schäfer (Köln), Alexander Ulrich, Kathrin Vogler, Katrin Werner und der Fraktion DIE LINKE.
Den Staat Palästina anerkennen
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Die gegen die Diktaturen gerichteten Demokratiebewegungen in vielen arabischen Staaten sind von historischer Bedeutung. Nach jahrzehntelanger Unterdrückung bestehen sie auf den Prinzipien des Rechtsstaats und der Demokratie, der Achtung der Menschenrechte und einem Leben in Würde. Für sie speist sich die Legitimität der Regierenden fortan aus der Souveränität des Volkes. Ein Erfolg der Demokratie auf Dauer wird aber nur dann möglich sein, wenn sich Frieden und soziale Gerechtigkeit entfalten. Europa und Deutschland können durch eine Politik, die Solidarität zum Maßstab hat, die sozialen und politischen
Veränderungen unterstützen und befördern.Die Umbrüche in vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens können durch internationale Solidarität den Prozess zur Lösung des Nahostkonflikts befördern.
Noch wird der Bevölkerung in Palästina das Recht auf nationale Unabhängigkeit verweigert.
Israelische Regierungspolitik fördert die völkerrechtswidrige Siedlungspolitik in der Westbank und erschwert die notwendige Teilung Jerusalems. Ein Ausgleich zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der von der Hamas geführten Regierung im Gazastreifen kann entgegen der Haltung der israelischen Regierung zur Lösung des Nahostkonflikts beitragen.
Wie die Regierungen anderer EU-Mitgliedsländer hat auch die Bundesregierung keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass der Frieden zwischen beiden Völkern die Zwei-Staaten-Lösung voraussetzt. Über 100 Staaten haben sich inzwischen für die Anerkennung eines palästinensischen Staates eingesetzt. Diesem Bekenntnis zur Zwei-Staaten-Lösung müssen nun politische Entscheidungen folgen.
Es ist zu befürchten, je länger eine Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts ausbleibt, desto vernehmlicher jene arabischen Stimmen werden, die einen radikalen Kurswechsel gegenüber dem Staat Israel verlangen. Israel kann seine teilweise Isolierung in der Region weder mit militärischer Überlegenheit noch mit politischen Verschleppungstaktiken überwinden. Frieden und Gerechtigkeit auf Dauer für Israel und Palästina setzt eine Zwei-Staaten-Lösung voraus.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf:Um Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden, in politischer Unabhängigkeit, in nationaler Sicherheit und wirtschaftlichem Wohlstand zu ermöglichen, wird die Bundesregierung aufgefordert,
1. im UN-Sicherheitsrat und in der UN-Vollversammlung die Proklamation des Staates Palästina auf der Grundlage der Grenzen von 1967 zu unterstützen und für seine Aufnahme in die Organisation der Vereinten Nationen einzutreten;
2. den Bundespräsidenten zu veranlassen, den Staat Palästina mittels einer Note anzuerkennen;
3. die Palästinensische Generaldelegation in Berlin und die deutsche Repräsentanz in Ramallah diplomatisch aufzuwerten, wie dies unter anderen die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens und Norwegens getan haben;
4. der Beschlusslage der Europäischen Union vom Dezember 2009 und den Empfehlungen der European Former Leader Group zu folgen und Ost-Jerusalem als Teil des palästinensischen Staates anzuerkennen;
5. gegenüber der Regierung des Staates Israel unter Verweis auf die EU-Erklärung vom 22. Februar 2011 darauf zu bestehen, dass der völkerrechtswidrige Siedlungsbau nach internationalem Recht zu beenden ist und dass die palästinensischen Gebiete nicht länger als Teil der Innenpolitik betrachtet werden dürfen. Von der Hamas ist die Anerkennung des Staates Israel einzufordern. Die notwendige Verpflichtung der Palästinenser zum Gewaltverzicht verlangt auch einen Gewaltverzicht von Israel;
6. sich für eine auf Dauer angelegte Verständigung zwischen den Führungen in der Westbank und im Gazastreifen mit der Perspektive freier Wahlen sowie der Achtung international anerkannter rechtsstaatlicher Prinzipien einzusetzen. Die Vereinbarung vom 4. Mai 2011 in Kairo gründet auf der Abwägung regionaler arabischer und internationaler Entwicklungen und trägt gleichzeitig den Rufen der palästinensischen Bevölkerung Rechnung, die politischen und persönlichen Rivalitäten zu überwinden;
7. den dramatischen Zuspitzungen in den jüdisch-arabischen Beziehungen in Israel mehr denn je ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Die EU-Erklärung vom 22. Februar 2011 hat auf die Gefährdung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten in Israel hingewiesen. Auch an der Qualität der Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Israel entscheiden sich die Aussichten auf eine friedliche Zukunft der israelischen und palästinensischen Bevölkerung;
8. alle Parteien in diesem Konflikt nachdrücklich zum Verzicht auf jegliche Gewaltanwendung bei der Durchsetzung politischer Ziele aufzufordern;
9. sich dafür einzusetzen, dass sich mit der Gründung des Staates Palästina Israel und Palästina gegenseitig anerkennen und Verhandlungen für gegenseitig vorteilhafte Beziehungen aufnehmen.
In den kommenden Monaten muss die Nahostpolitik der Bundesregierung ernsthaft daran mitwirken, dem Prozess bilateraler Verhandlungen zwischen der PLO (Palestine Liberation Organization) und Israel neue Dynamik zu verleihen. Die Gleichberechtigung der israelischen und palästinensischen Bevölkerung wird zur Marginalisierung radikaler Kräfte in der gesamten Region beitragen. Die aktive Mitwirkung an der Herstellung des Friedens zwischen Israelis und Palästinensern ist kein Gunsterweis für die eine oder andere Partei, sondern liegt im Interesse des Weltfriedens, aller Staaten in Nordafrika und im Nahen Osten und im Interesse der Bundesrepublik Deutschland.
Berlin, den 9. Juni 2011
Dr. Gregor Gysi und FraktionOb der Antrag am 1. Juli 2011 im Deutschen Bundestag parteiübergreifende Zustimmung und eine Mehrheit findet ist derzeit nicht abzusehen. Deshalb ist es wichtig, auch außerhalb des Parlamentes für die Zwei-Staaten-Lösung zu werben und einzutreten.
Der Superstaat Israel
Bei den PIzis treiben sich alle Art von Radikalinskis herum, Rechtsextreme, Evangelikale, Menschenhasser, “Islamkritiker”, … und Israel-Lobbyisten, die sich auf den zweiten Blick so gar als Zionisten entpuppen.
Der Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz schreibt folgendes Loblied über den Staat Israel:
PI/2011/06/zum-superstaat-geprugelt/
Der Inhalt des Textes lässt sich so zusammenfassen: Die feindseligen, bösen arabischen Nachbarn haben Israel gezwungen das zu werden was es heute ist. Dann zählt er die Errungenschaften des Staates Israel auf:
Die Bedrohung durch zwanzigfach überlegene Feinde und fehlende Ressourcen haben das kleine Land mit heute gerade mal sieben Millionen Einwohnern zur Super-Performance gezwungen. Ob USB-Stick, Handy, modernste Raketenabwehr, Intel-Chip, Handscanner, Kleinstsatelliten, Medikamente gegen Krebs und hochpräzise chirurgische Roboter – alle kommen aus Israel. Und die israelischen Kühe geben heute mehr Milch als die bisherigen Champions aus Dänemark.
Doch Herr Sucharewicz findet doch noch eine Sache in der die bösen Araber besser sind:
In einem Bereich bleibt die Performance allerdings unter Durchschnitt: in der politischen Öffentlichkeitsarbeit sind die arabischen Nachbarn und die palästinensischen Organisationen weit überlegen und haben in den vergangenen Jahrzehnten europaweit eine effiziente Infrastruktur mit tausenden lautstarken Organisationen und willigen westlichen Helfern in den Medien geschaffen.
Propaganda ist Information, Information schafft Überzeugung und Überzeugung wird zur Haltung, die kaum noch veränderbar ist. Millionen Deutsche und Europäer wissen heute ganz genau, dass es immer schon einen palästinensischen Staat gab, die Hamas eine Wohltätigkeitsorganisation ist und Israel gleich nach der Staatsgründung seine Nachbarn überfallen hat und diese Unsitte seither zur Routine geworden ist.
Unbestritten: professionelle PLO-PR und arabisches Öl entfalten gemeinsam eine überlegene Propagandakraft, die in Israel bis heute unterschätzt wird. Doch auch hier darf man auf eine Lösung warten.
Wollen wir uns nun mal Herrn Sucharewicz zuwenden:
Auf der Seite ILI – I like Israel steht über ihn folgendes:
Freiwilliger Militärdienst in Israel
Teilnahme am 6-Tage-Krieg
Teilnahme am Yom Kippur Krieg
Also einen Friedenspreis bekommt der Gute sicherlich nicht, aber wer weiß.
Bei Henryk M. Broders “Achse des Guten” (Wen überrascht das?) steht folgender offener Brief von Herrn Sucharewicz:
Exzellenzen,
ein Elternmörder steht vor Gericht – und bittet um Milde, weil er Waise ist.Palästinenser bomben und morden seit fast einhundert Jahren, entführen Flugzeuge, trainieren die RAF, erpressen ganze Länder mit Terror, erziehen ihre Kinder zu Selbstmördern, zetteln Bürgerkriege an, versuchen Umstürze im Libanon und Jordanien – und beklagen ebenso larmoyant wie lautstark ihre Lebensbedingungen.
Seit den Nazis hat die Welt keine vergleichbare Propagandamaschinerie wie die der Palästinenser erlebt. Die Nazis haben eine halbe Welt zerstört – und haben es propagandistisch zumindest im inneren geschafft, ihr Morden als Notwehr darzustellen. Die Palästinenser zünden Bomben in israelischen Bussen und überfallen israelische Schulen – und verbreiten mit historischer Dreistigkeit ihr Bild als Opfer.
Palästinensische Arbeiter erstechen wieder und wieder heimtückisch ihre israelischen Arbeitgeber – und klagen lautstark und überrascht über den Verlust ihrer Arbeitsplätze in Israel.
Palästinensische Terroristen dringen wieder und wieder nach Israel ein um mörderische Attentate durchzuführen – und rufen die Welt zu Hilfe gegen den israelischen Schutzzaun.
Palästinensische Frauen täuschen Schwangerschaften vor, um Bomben zu transportieren – und beklagen Kontrollen am Checkpoint medienwirksam als Schikane.
Die PLO hat ein Vermögen von 4 Milliarden Dollar angehäuft, ihr Führer Arafat bereicherte sich mit 900 Millionen Dollar, statt Lebensmittel kaufen die Palästinenser für Unsummen Waffen, Munition und Sprengstoff – und weinen vor laufenden Kameras über ihren niedrigen Lebensstandard.
Wie viel Weihrauch braucht man, um diese Zusammenhänge zu vernebeln? Wie hartnäckig muss man wegsehen, um die täglichen Raketenüberfälle aus Gaza nicht zu bemerken?
Einseitigkeit ist kein Dämon, von dem man besessen wird, sondern ein Zweck. Die Westbank mit dem Warschauer Ghetto zu vergleichen ist von kosmischer Perfidie. Und dies war keine Pilger-Reise sondern ein PR-Trip.
Auch als Bischöfe haben Sie in einer Demokratie das Recht auf politische Unglaubwürdigkeit. Dieses Recht haben sie exzessiv genutzt. Auf ihre schamvolle Entschuldigung in 500 Jahren verzichte ich im voraus.
Hochachtungsvoll
Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz
ILI – I Like Israel e.V.
Vorstand
Heißen alle israelischen Propagandisten Sucharewicz? Wie etwa Melody Sucharewicz, die in ihre Funktion als israelische „Sonderbotschafterin“ in der israelischen Reality-TV-Show “The Ambassador” gewählt wurde und durch deutsche Talkshows tingelt um den Apartheid-Staat Israel zu verherrlichen.

