Soziale Instabilität verursacht mehr Krankheiten“Ungleiche Gesellschaften haben viel mehr soziale Probleme”, sagt der Wirtschaftshistoriker Richard Wilkinson.
Es gebe eine eindeutige Beziehung. Sie hätten beispielsweise mehr Gewaltverbrechen, mehr Teenager-Schwangerschaften, mehr depressive Menschen, so der britische Forscher. Die durchschnittliche Lebenserwartung sei niedriger und der Gesunheitszustand der Menschen schlechter. “All das nimmt mit größeren Einkommensunterschieden zu.”Besonders Länder mit großen Einkommensspannen sind davon mehr betroffen, in Skandinavien und Japan gibt es derartige Probleme seltener. “Alle in der Gesellschaft leiden, wenn es mehr Verbrechen, mehr Schulabbrecher, mehr Drogenmissbrauch, mehr psychische Erkrankungen gibt”, sagt die Sozialepidemiologin Kate Pickett von der Universität York. “Reiche versuchen sich dann oft zu isolieren und leben in eingezäunten Wohngebieten. Aber das zeigt nur ihre Angst und ihre Sorgen.”
Natürlich hätten diese Probleme auch Ursachen wie Bevölkerungsdichte oder Zuwanderungsrate. “Aber es scheint doch einen starken statistischen Bezug zwischen Ungleichheit und den sozialen Problemen zu geben”, sagt Pickett. “Bisher konnte niemand diesen Zusammenhang anders erklären. Wir sind überzeugt: Soziale Probleme haben viel mit Ungleichheit zu tun.”





